Legt Google mit SEO-Vorgaben das Internet an die Leine?

noindex

Gerade eben las ich einen Artikel über SEO und Google von Tadeusz Szewzcyk, der sehr schön und schlüssig herleitet, warum es eine gute Idee sein kann, Google einfach aus der eigenen Seite auszuschließen. Dabei handelt es sich bei Herrn Szewzcyk nicht um irgendwen, sondern um einen erfahrenen SEO, dessen Blog sich um genau dieses Thema dreht – SEO. Dies mag paradox klingen: ein SEO, dessen Aufgabe es ist, Webseiten für Suchmaschinen zu optimieren, schließt Google aus?

Was steckt dahinter?

Nun, ich will hier nicht den ganzen Artikel wiedergeben, aber T.Szewzcyk hat feststellen müssen, dass alle Bemühungen, seine Seite mit gutem Content zu füllen und für den Google-Bot leicht verdaulich zu machen bzw. für die SERPs zu optimieren, ins Leere laufen.

Andere Seiten, die zu Matt “I’m the head of the webspam team at Google” Cutts verlinken,  Keyword-Stuffing betreiben und noch ein paar Photostock-Fotos einbinden, jedoch keinen wirklichen Content enthalten, stehen hingegen im Vergleich zu ihm im Ranking besser da.

SEO – weiße und schwarze Hüte

Ich kann nun nicht behaupten, dass ich die gleichen Erfahrungen gemacht habe, aber ich kann verstehen, dass ihn das anpisst. Er beugt sich dem Google-Diktat, setzt sich einen weißen Hut auf und was hat er davon? Abstrafung. Ich wäre auch irgendwie sauer, zumal, wenn es bisher ohne SEO ganz gut gelaufen ist.

Was hat das jetzt aber mit mir zu tun? Nun, ich hab mir – ohne es zu wissen – einen weißen Hut aufgesetzt, weil ich den Blog betreibe, damit die Menschen auch lesen, was hier steht. Bestenfalls sich sogar damit auseinandersetzen und in die Diskussion einsteigen.

Dann hab ich mich etwas eingehender mit SEO beschäftigt, mir die Google-Empfehlungen angeschaut und mich danach gerichtet. Das ging dann sogar soweit, dass ich meine Überchriften und teilweise die Satzbauweise anpasste, damit nicht irgendein Algorithmus meine Seite schlecht bewertet. Am Ende habe ich mehr Zeit mit SEO verbracht, als mit dem Schreiben von Texten.

Programme sind nicht kreativ

Jetzt kommt aber die Frage, die mir von Anfang an in meinem Hirn rumgeisterte: Woher weiß ein Algorhitmus, was ich schreibe? Ein Algorithmus kann doch den Inhalt nicht wirklich analysieren, geschweige denn beurteilen, ob meine Meinung (denn um die geht es ja) richtig wiedergegeben ist.

Was jedem Programm fehlt, ist die Fähigkeit, kreativ zu sein. Wie soll es also kreative Schreibweisen bewerten können? Der Algorithmus kann doch lediglich die Struktur eines Dokumentes analysieren, nach Schlüsselwörtern suchen und die Dichte sowie die Position selbiger bestimmen.

Wie aber ist dann folgendes, eher paradox klingendes Zitat von Searchmetrics einzuordnen? “Je seltener das Keyword in der Überschrift und im Title steht und je weniger Wörter der Text enthält – umso besser sind die Seiten gerankt.” Dies trifft laut Bericht aber hauptsächlich bzw. nur Firmen bekannter Marken zu.

Die müssen sich wohl überhaupt keinen Kopf um irgendwas machen. “Desweiteren gibt es eine Korrelation zwischen der Länge des Links und dem Ranking.” Je kürzer der Link, um so besser das Ranking. Zumindest ist das hier so nachzulesen. Ziemlich verwirrend, das Ganze und Otto Normalblogger weiß nach der Lektüre überhaupt nicht mehr, wie es richtig ist.

Werden die Algorithmen also nicht auf alle Seiten angewandt oder gibt es da noch andere Kenngrößen, die zum tragen kommen?

Wieso will Google ein Bild vom Autor in den Suchergebnissen?

Das Rich-Snippet-Tool von Google soll dabei helfen, die Seite für die SERPs aufzubereiten und zeigt jede Menge Dinge, die “optimiert” werden sollten. So entdeckte ich unlängst wie besagtes Tool bemängelte, dass ein “required ‘author’ field is missing”. Was ist das jetzt schon wieder?

Nun, auf den Suchergebnisseiten soll nach Googles Willen neben dem Link zu einem Post der Name und ein Bild des Autors erscheinen (“auf dem er gut zu erkennen ist”). Dafür bietet Google zwei Möglichkeiten an und für beide benötige ich ein Profil bei G+.

Authentifizierung oder so ähnlich lautet die Begründung, sprich es soll die Authentizität des Artikels gewährleistet werden. Argumentiert wird mit dem Schutz des Urheberrechts. Ich frage mich allerdings, ob hier nicht der Wettbewerb gegen Facebook und andere Mitbewerber auf die Autoren verlagert wird.

Früher oder später wird ein fehlende Profil bei G+ ein gutes Ranking in den SERPs wohl eher schwer machen, denn nur durch dieses kann diese Bedingung erfüllt werden.

Schluss mit dem Diktat!

Also bleibt nur, zu versuchen, guten Content zu generieren. Da stellt sich jedoch die Frage, was ist guter Content? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht mehr. Allerdings werde ich den ganzem SEO-Kram zurückfahren und ich werde keine Autoren-Felder einfügen, nur weil Google mir ansonsten mit Abstrafung droht.

Regeln sind dazu da, dass sie gebrochen werden und genauso, wie Google die Betreiber von Webseiten abstraft, geht das auch umgekehrt – allerdings nur gemeinsam.

Bis die Tage…


Kommentare

Legt Google mit SEO-Vorgaben das Internet an die Leine? — 3 Kommentare

    • Nun, ob das ein falscher Schrei ist, wird sich zeigen.
      Aber sicher hast Du Recht, wenn Du meinst, dass niemand gezwungen wird, sich an die Richtlinien von Google zu halten. Dann wird der Blog eben nicht mehr gelistet. Ist auch nicht weiter schlimm ;-)

  1. Na nun so ist das Leben.
    Ich habe mal vor langer Zeit so ein Spruch stehen gehabt.

    Wenn einer sein Blog nur für Suchmaschinen optimiert,muss er sich nicht wundern,wenn nur Suchmaschinen zu Besuch kommen.
    LG

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Bist Du ein Mensch? Klicke auf die Bananen...