Panda und Pinguin

Google Standardlogo

Panda und Pinguin (Freshness nicht zu vergessen) – so heißen sie, die jüngsten Updates der Suchalgorithmen von Google. In SEO-Kreisen haben sie mächtig Wellen geschlagen, den unbefangenen Internetsurfer/-innen dürften sie jedoch nur am Rande aufgefallen sein, wenn überhaupt. Dabei haben genau diese Updates einen entscheidenden Einfluss auf das, was wir im Internet zu sehen bekommen. Nicht zu glauben? Nun gut, hier meine kleine Geschichte dazu:

War ich doch neulich auf der Suche nach einer Kamera. So einer neumodischen, digitalen. Aber es sollte schon was halbwegs Gescheites sein, damit die Bilder auch für eine weitere Verarbeitung in dem Grafikprogramm meiner Wahl genutzt werden können. Also klapperte ich diverse Fachmärkte ab, um jedes Mal in der entsprechenden Abteilung von dem Gefühl beschlichen zu werden, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, wo nach ich eigentlich suchen soll.

Die jeweiligen Verkaufsangestellten waren zwar immer sehr freundlich, aber ich weiß auch, dass es nicht unüblich ist, besonders tüchtige ihrer Zunft entsprechend zu belohnen. Da liegt der Verdacht nahe, dass eine Beratung vielleicht nicht ganz unbefangen ist. Wenn ich als Kunde dann doch mal nicht so kundig bin, könnte das natürlich unerwünschte Folgen haben.

Also, dachte ich mir, schauste doch erstmal ins Internet und machst dich kundig. Gesagt – getan und… jetzt ich bin nicht viel kundiger als vorher.

Die Suche erst einmal eingrenzen

Vielleicht habe ich es ja auch falsch angestellt. Vielleicht muss ich ja meine Suchgewohnheiten den Algorithmen von Google anpassen. Ich wollte jedenfalls das Feld erstmal abstecken, damit ich mich nicht in den endlosen Weiten des Internets verliere, um dann gezielt nach Informationen suchen zu können.

Also habe ich auf einem Auktionsportal grob nach nach Digitalkameras gesucht. Dort bin ich auch fündig geworden und stieß auf ein Modell, welches meinen Vorstellungen nahe kommt. Als nächstes versuchte ich via Google mehr über dieses Modell zu erfahren.

Die Suche via Google verfeinern

Meine Suchanfrage lautete: AgfaPhoto Selecta Test (bzw. Testbericht). Als Ergebnis habe ich in beiden Fällen nahezu ausschließlich Händlerseiten und Preisvergleichsportale bekommen.

Bei zwei Domains, die sogar “Testberichte” im TLD-Namen haben, steht “Keine Tests vorhanden” bzw. nur eine Produktbeschreibung nebst Links zu irgendwelchen Händlern. Als letzter Satz bei der Produktbeschreibung ist zu lesen:

“Das ungetestete Produkt kostet derzeit rund …”

Auf der 6. Ergebnisseite habe ich dann aufgehört, weiter zu blättern. Ich weiß nicht, was das bringen soll, wenn ich bei naheliegenden Suchanfragen schlicht und ergreifend keinerlei brauchbare Ergebnisse bekomme.

Buy me a rank

Wer auf den ersten Ergebnisseiten einer Suchanfrage erscheint, hängt nicht zuletzt vom Ranking ab. Genauer gesagt, das Ranking einer Seite hat einen entscheidenden Einfluss auf die Position in den sogenannten SERPs. Klingt logisch – und verlockend.

“Wieso verlockend?” werden jetzt einige fragen. Verlockend deswegen, weil dieses Ranking unter Umständen auch gekauft werden kann. Das würde dann natürlich die ganze Diskussion um SEO ad absurdum führen.

Dies allerdings würde eventuell auch die Ergebnisse meiner Suche erklären. Auf dem Zeitgeist-Blog gibt es einen Post zu dem Thema, wobei ich mir jetzt nicht sicher bin, ob das alles so stimmt, was dort steht. Tadeusz Szewczyk, auf den ich mich schon an anderer Stelle bezog, hat in seinem Blog ein wenig ausführlicher dazu Stellung bezogen und versucht anhand von Quelltextanalysen seine Vermutung zu untermauern. Die Diskussion ist kontrovers, was sich auch in den Kommentaren widerspiegelt.

Panda und Pinguin – wer muss sie füttern?

Panda und Pinguine (Satire)

Im Post von Tad geht es um Seiten von re:publica, welche “hidden text” und “sponsored links” enthalten sollen, die nicht mit dem nofollow-Attribut versehen sind. Dies widerspricht eindeutig den Guidelines der Google Webmastertools. Allerdings meint Tad zu wissen, dass Google selbst darin involviert ist und das macht die Sache etwas – nennen wir es mal – pikant.

Wenn er Recht hat, stünde einerseits die Frage im Raum, für wen die SEO-Vorgaben (Freshness, Panda und Pinguin) gelten und andererseits, wie frei das Internet wirklich ist. Wenn es einen Konzern gibt, der die Möglichkeit hat, maßgeblich die angezeigten Inhalte zu beeinflussen und diese Möglichkeit auch nach eigenem Ermessen nutzt, kann von Freiheit im Internet nur noch bedingt gesprochen werden.

REclaim The Net

Eigentlich müsste man nach Alternativen greifen… am besten zu anderen Suchmaschinen – und die gibt es auch. Zum Beispiel blekko. Bei dieser Suchmaschine kann jeder – nachdem man sich registriert hat – sehen, wie eine Seite gerankt ist und warum.

Andere Suchmaschinen sind für normale Benutzer vielleicht interessanter, wie zum Beispiel ixquick oder DuckDuckGo. Auf letztere greift zum Beispiel das TOR-Netzwerk zurück. Aber auch Entwickler finden bei DuckDuckGo eine Spielwiese, denn es ist möglich, Open-Source-Plugins schreiben, die auf die Suchanfragen reagieren und die Ergebnisse zum Beispiel durch weitere Informationen aufwerten.

Jeder kann eine alternative Suchmaschine benutzen und je mehr dies tun, um so weniger Macht wird Google gegeben. Genau, Google hat die Macht nicht ergriffen. Google hat diese Macht bekommen – und zwar von uns, die wir täglich diese Suchmaschine benutzen, völlig unbefangen und nichts Böses ahnend.

Weitere alternative Suchmaschinen hat Marko Engelberth in einem Überblick zusammengestellt.

Bis die Tage…


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